Orientteppiche zu bestimmen heißt, ihre Herkunft, Knüpfung und Muster zu lesen. Dieser Ratgeber gibt Ihnen die wichtigsten Anhaltspunkte, um Regionen zu erkennen und die Qualität einzuschätzen.
Herkunft: die wichtigsten Regionen
- Persien (Iran): feine, oft florale Teppiche wie Nain, Täbriz, Kaschan, Isfahan und der robustere Hamadan.
- Kaukasus: kräftige, geometrische Muster, etwa Kasak.
- Turkmenen: tiefrote Grundtöne mit Göl-Motiven (Bochara, Tekke).
- Anatolien (Türkei): von Gebetsteppichen bis zu feinen Hereke-Knüpfungen.
Knoten und Material
Man unterscheidet den persischen (asymmetrischen) Senneh-Knoten und den türkischen (symmetrischen) Ghiordes-Knoten. Je höher die Knotendichte, desto feiner die Zeichnung. Hochwertige Teppiche bestehen aus Wolle oder Seide auf einer Baumwoll- oder Seidenkette; Naturfarben altern besonders schön.
Muster deuten
Typisch sind Medaillonmuster, das Herati-Muster, das Boteh (die Paisley-Form) sowie geometrische oder durchgemusterte Felder. Nomadenteppiche sind oft geometrisch, städtische Manufakturen eher floral.
So bestimmen Sie einen Teppich
- Rückseite prüfen: Handknüpfung zeigt einzelne Knoten; maschinelle Ware wirkt zu gleichmäßig.
- Knoten zählen: Knoten pro Fläche geben Hinweise auf Feinheit und Herkunft.
- Farben: Naturfarben verlaufen leicht (Abrasch) – ein Zeichen für Handarbeit und Alter.
Was bestimmt den Wert?
Knotendichte, Material, Alter, Zustand, Herkunft und Seltenheit. Ein feiner, gut erhaltener Nain oder Seiden-Täbriz liegt deutlich über einem einfachen Gebrauchsteppich.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen echten Orientteppich?
An der Handknüpfung auf der Rückseite, einzeln sichtbaren Knoten und Naturfarben.
Was bedeutet die Knotendichte?
Sie gibt an, wie fein geknüpft ist – mehr Knoten bedeuten feinere Muster.
Welche Orientteppiche sind besonders begehrt?
Feine Perser wie Nain, Täbriz und Isfahan sowie alte Kaukasus- und Turkmenenteppiche.
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